Überlegungen und konkrete Vorschläge zum Design der Währungsbehörde in einem Vollgeldsystem

Überlegungen und konkrete Vorschläge zum Design der Währungsbehörde in einem Vollgeldsystem

Die Diskussion zum Vorschlag einer Vollgeldreform nimmt an Fahrt auf und zunehmend werden konkrete Antworten zur Ausgestaltung einer Monetative als vierte staatliche Gewalt gefordert: Welche Ziele werden verfolgt? Nach welchen Prinzipien und wie schöpft die Monetative Geld? Wie kann die richtige Balance zwischen Unabhängigkeit, Transparenz und Rechenschaft gefunden und Machtmissbrauch effektiv vorgebeugt werden?

Im Artikel werden diese Fragen diskutiert und einige Vorschläge für die konkrete Zielsetzung und Ausgestaltung einer staatlichen Währungsbehörde aka Monetative vorgestellt. Das Ergebnis ist eine radikal neu gedachte und drastisch vereinfachte geldpolitische Institution, welche nur noch wenig mit einer traditionellen Zentralbank gemeinsam hat. Dabei werden als Geldschöpfungs-Instrumente Zuwendungen an den Staat oder eine variable Bürgerdividende empfohlen, womit Einfachheit, Transparenz und Unabhängigkeit sowohl von der Regierung als auch vom Banksektor sichergestellt wäre. In diesem Rahmen mit klaren Zielvorgaben und effektiven, schlanken geldpolitischen Instrumenten wäre Transparenz systemlogisch und ein klarer Haftungsrahmen für private Geschäftsbanken umsetzbar.

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Ausgestaltungsoptionen einer Vollgeldreform - Ein Überblick

Ausgestaltungsoptionen einer Vollgeldreform - Ein Überblick

Ziel einer Vollgeldreform ist es, die Geldschöpfung in die Hände einer öffentlichen Einrichtung zu legen, die dem öffentlichen Interesse dient. Dabei gibt es jedoch viele verschiedene Ausgestaltungsoptionen, z.B. welche Instrumente zur Steuerung der Geldmenge verwendet werden oder ob das Zahlungssystem vom Staat oder von privaten Zahlungsanbietern betrieben wird.

Der Hauptfokus dieses Artikels besteht darin, einen vollständigen Überblick über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten  einer Vollgeldreform zu geben aber nicht so sehr darin, auf die verschiedenen Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen einzugehen. Dennoch werden einige grundlegende Argumente und Überlegungen zusammen mit einer Beschreibung des Status Quo und gegebenenfalls alternativen Reformvorschlägen angeführt. Die Möglichkeiten für den Systemübergang vom aktuellen zu einem Vollgeldsystem wurden aufgrund der Komplexität dieses Themas ausgelassen.

Bei einigen Gestaltungsmöglichkeiten besteht weitgehend Einigkeit über die besten Lösungen, in anderen Fällen sind die Meinungen jedoch sehr unterschiedlich. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass optimale Lösungen oft von den spezifischen Rahmenbedingungen und Institutionen eines Landes abhängen und manchmal nicht für immer und überall verallgemeinerbar sind.

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Schönes neues Geldsystem - ein Rückblick. Berlin, 2048

Schönes neues Geldsystem - ein Rückblick. Berlin, 2048

Was für eine Ironie, dass es am Ende ausgerechnet die Banken waren, die den Kapitalismus zu Fall brachten. Den Anfang vom Ende des alten Systems, da sind sich die Historiker heute einig, leitete 2008 die Lehman Pleite ein. In den darauffolgenden 15 Jahren beständiger Krisenpolitik steuerte die damalige Eurozone kontinuierlich auf ihren Zusammenbruch zu und den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, bescherte schließlich 2023 der Euroaustritt Italiens gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Euroleaks-Paper. Dieser Moment wird heute auch als der „Big Bang“ bezeichnet. Es ist wohl vor allem dem vorausschauenden und beherzten Handeln vieler Nichtregierungsorganisationen zu verdanken, dass diese Krise nicht in einer Katastrophe geendet ist.

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Reinventing Organizations und Spiral Dynamics im Vergleich

Ich bin ein großer Fan von Frederic Laloux Buch Reinventing Organisations und dessen Modell zur Evolution von Organisationen. Das farbige Stufenmodell beruht dabei auf Don Becks “Spiral Dynamics”-Modell zur Evolution von Menschen und Gesellschaften. Allerdings gibt es ein paar verwirrende Unterschiede. Um Übersicht und Klarheit zu schaffen, habe ich daher zwei Erklärvideos erstellt:

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Geldschöpfung und Ungleichheit – wer hat, dem wird gegeben

Anknüpfend an die Jahrestagung 2017 von Monetative e.V. zum Thema “Geld. Macht. Ungleich.” soll in diesem Beitrag ein Überblick über die verschiedenen direkten und indirekten Kanäle gegeben werden, durch die das derzeitige Geldsystem die Ungleichheit verschärft und wie eine Vollgeldreform die Situation verbessern könnte.

Wie das aktuelle Geldsystem die Ungleichheit verstärkt

1) Boom/Bust-Kreditzyklen

Das derzeitige Geldsystem ermöglicht es den Banken, durch umfangreiche Kreditschöpfung Vermögensblasen und Booms anzuheizen. Dies ermöglicht im Zuge der Boomphase enorme Gewinne für die Banken selbst, für die Finanzmärkte und für die Besitzenden im Allgemeinen. Dieser Effekt kann durch kreative Buchführung (z.B. durch die Verwendung von Zweckgesellschaften, Derivaten und diversen anderen Möglichkeiten zur Aufblähung der Bilanz) verstärkt werden, um überhöhte Bilanzgewinne vorzutäuschen oder Verluste zu verbergen. Wenn die Regeln fair wären, sollte das finale Platzen einer Finanzblase dazu führen, dass die in der Boom-Phase entstandenen illusionären Erträge wieder verschwinden. Aber im derzeitigen Geldsystem sind Banken systemrelevant und zu groß, um einfach pleite zu gehen, da sie allein Geld/Kredit und die Zahlungsinfrastruktur für die Realwirtschaft bereitstellen. Wenn Banken nicht gerettet werden... 

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Die Vision einer neuen Ära sinnstiftender Organisationen

Die Vision einer neuen Ära sinnstiftender Organisationen

Stell dir vor, Unternehmen wären Orte der Selbstverwirklichung, der Selbstbestimmung und der Erfüllung gesellschaftlicher Verantwortung.

Stell dir vor, Schulen wären Orte der Begeisterung, Weisheit und Neugier.

Stell dir vor, öffentliche Behörden wären Orte der menschlichen Wärme, der Verantwortung und der Effektivität.

“Can we create soulful workplaces - schools, hospitals, businesses, and nonprofits - where our talents can blossom and our callings can be honored?” — Frederic Laloux
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"Die Krise der VWL und die Vision einer Pluralen Ökonomik" - Veröffentlichung im Wirtschaftsdienst

Würden Ökonomen Brücken bauen, so würden diese vermutlich einstürzen.

In der neusten Ausgabe vom Wirtschaftsdienst ist ein Artikel "Die Krise der VWL und die Vision einer Pluralen Ökonomik" erschienen, verfasst von Prof. Dirk Ehnts und mir.
Der Artikel bietet einen informativen aber kompakten Überblick über die Probleme mit dem Denken des VWL Mainstreams, über das Anliegen einer Pluralen Ökonomik und über die Aktivitäten vom Netzwerk für Plurale Ökonomik.
Der Artikel als PDF findet sich hier.

Darstellung der Konstellation ökonomischer Denkschulen und der Dominanz des Mainstreams

Darstellung der Konstellation ökonomischer Denkschulen und der Dominanz des Mainstreams

The Denial of Death and the Knight of Faith

The Denial of Death and the Knight of Faith
“You take the blue pill, the story ends. You wake up in your bed and believe whatever you want to believe. You take the red pill, you stay in wonderland, and I show you how deep the rabbit hole goes.”
— Morpheus to Neo, "The Matrix"

This famous movie quote depicts the choice for the main character Neo of either staying in his normal life inside the faked matrix or waking up to the bitter reality where mankind is enslaved to machines. A hard choice between comfort and truth.

When I read the book "The Denial of Death", by Earnest Becker, it felt a little bit like swallowing the red pill.

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Publications on the Money System

The excuse for severely neglecting my blog in the last months has been my master thesis on "Profit opportunities for the banking system due to deposit money creation and potentials of a sovereign money reform". If you are interested to read it, you can find it here.

As you might know, I am pretty involved in a German initiative to reform the money system so that only a public institution is in charge of all money creation instead of private banks (as they are at present) - the reform is called "sovereign money reform".
Therefore, my current interest is with money and I have written two articles on other platforms (in German though) criticising the contemporary monetary system: 

And there is a video on youtube of my presentation (in German) at the "2. Ergänzungsveranstaltung des Vereins für Socialpolitik" on the need for a sovereign money reform ("Die Vollgeldreform - warum wir eine neue Geldordnung brauchen").

Tips for Travelling

Tips for Travelling

After two exchange semesters, one in San Diego, USA and one in Taipei, Taiwan and travelling around Asia and Europe I made a lot of valuable experiences that I would like to share here for the prospective traveller. Many of these tips would have been very useful for me during my first journeys and I hope that some of them can be useful to others now. If you've already travelled some continents though, you've probably figured out most of the stuff by yourselve. Yet I hope that you can still take away something.

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Meat

Meat
“Almost always when I told someone I was writing a book about “eating animals”, they assumed, even without knowing anything about my views, that it was a case for vegetarianism. It’s a telling assumption, one that implies not only that a thorough inquiry into animal agriculture would lead one away from eating meat, but that most people already know that to be the case.” 
— Jonathan Safran Foer

If just about three years ago, you had let me choose between a schnitzel and some tofu sausage, I would have picked the schnitzel without thinking twice. The mere title of this post would have made me hungry and there were few things I would have considered more delicious than a juicy steak.

But times have changed.

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On the Righteous Mind and How not to Win an Argument

There is the common view that the truth can be found through reason and argument. That if only people get access to information and the knowledge from science and research they will adjust flawed opinions and convert to the truth no matter how they personally feel about it. This is the ideal of science, that man can leave his emotions and personal views behind on the road to objective insight. 

“A scientific man ought to have no wishes, no affections - a mere heart of stone.” — Charles Darwin

But then there is an opposing view, that man is a self-righteous scumbag, mostly using his mental faculties to win pointless arguments and to justify his egocentric worldview.

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Whats wrong with Economics?

I want to understand the big relationships in our world. I want to learn the reasons of unemployment and inequality; how to design successfull economies and how to prevent financial crises.
I am as passionate about economic issues as one can be and this is why I have been studying economics for the last 5 years.
Unfortunately, to say that I am a little unsatisfied with my major would be a strong understatement - I am deeply frustrated.
In this post, I'll try to explain why that is and what's wrong with the current state of economics.

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Democracy and Participation

“Democracy is the worst form of government, except for all those other forms that have been tried from time to time.” — Winston Churchill

What makes some nations great, people there living in dignity and prosperity whereas other states fail, again and again, trapped in poverty and misery?

I have often wondered about this question.
Common explanations focus on differences in geography, resource endowment, the amount of capital, culture or religion but these answers have never really satisfied me as they didn't seem to go to the core of the problem.
Then, very recently I stumbled on a new explanation, as simple as convincing: Institutions.

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On the Pursuit of Happiness

During my own search for happiness I have come across various sources of insights and advice that have been very helpful to me. In this post I would like to share the best texts, videos and books I have found and also put forward some of my own ideas about happiness.

So ... what is happiness?

Maybe being with a loved one? The intensity of a crazy party? The peace of wandering in nature? Or laughing your ass of because you accidentally kicked your roommate in the balls?

And what makes up its importance in our society?
Is a life of maximum happiness a successful life? Would it be justified to measure a countries success through the average happiness of its citizens as the Happy Planet Index does? Should one agree to Jeremy Bentham, founding father of utilitarianism, saying:

“It is the greatest happiness of the greatest number that is the measure of right and wrong”
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Expanding the Comfort Zone

Speaking in public, travelling a foreign country alone, approaching a stranger to ask for a date or running around in a mankini in a busy shopping street. All actions that are typically outside of peoples comfort zone.
In case you are not familiar with the term, the (psychological) comfort zone describes the restricted set of situations and activities that a person feels comfortable doing and usually does on a regular basis. “Where our uncertainty, scarcity and vulnerability are minimized. […] Where we feel we are in control” (Brene Brown). A comfort zone differs among people and is dynamic and changeable over time. You might feel embarassed to sing karaoke while your sister is crazy about it and what might have been a major challenge in your teens can seem normal today, like driving a car. The comfort zone is not to be confused with the set of things you enjoy doing though. These sets can and often do overlap, but you can for instance be comfortable about dancing in a club without enjoying it or also enjoy it even though you feel sleightly weird.

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