Myanmar 1: Mit Joanna in Yangon

Von Mumbai ging es mit dem Flieger über Bangkok dann schließlich nach Myanmar. Am Flughafen angekommen teilte ich mir mit 2 Thailändern ein Taxi ins Stadtzentrum was dann auch direkt eine Stunde Fahrt bedeutete (für insgesamt 10$). Meine Unterkunft war im China Town von Yangon und ich wurde von einem sehr herzlichen Burmesen empfangen, der mir ein spartanisches Zimmerchen zuwies. Ich verweilte im Zimmer aber nicht lange, denn Joanna war bereits seit dem Vortag auch in Yangon und natürlich wollte ich sie endlich wiedersehen.
Nur leider hatte sie sich pünktlich zu meinem Eintreffen eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und mir bereits geschrieben, dass ich zu ihrem Hostel kommen solle, da sie in ihrem Elend Gesellschaft brauche.
Die Lebensmittelvergiftung überwand sie glücklicherweise jedoch recht schnell, nur kam dazu auch noch eine hartnäckige Erkältung, die ich mir dann natürlich auch noch einfing. Aber so gingen wir das Ganze dann eben etwas ruhiger an. Am nächsten Tag zog Joanna dann auch um in meine Unterkunft (aber in ein eigens Zimmer) und wir machten erste vorsichtige Erkundungsausflüge in der Stadt.

Was direkt auffällt, ist dass Myanmar einen besonderen Charme und viele kulturelle Eigenheiten hat. Die meisten Männer etwa tragen Röcke, die sich Longyi nennen. Ich war aber überrascht, wie schnell man sich an den Anblick von Männern in Röcken gewöhnt und innerhalb kürzester Zeit fiel mir das kaum noch auf bzw. ich wurde selber neugierig, einmal einen Longyi zu tragen.
Und die burmesischen Frauen tragen fast alle ein helles, pflanzliches Puder auf den Wangen, was wohl auch vor der Sonne schützen soll.
Außerdem kauen die meisten burmesischen Männer Betelnüsse und haben dadurch einen roten Saft im Mund. Das Zeug hat eine aufputschende, stimulierende Wirkung und ist daher wohl vor allen unter Fahrern sehr verbreitet. So nutzen unsere Taxifahrer die meisten Gelegenheiten, wenn das Auto stand, um die Fahrertür ein Stückchen zu öffnen und den roten Saft regelmäßig auszuspucken. Die Strassen sind daher auch alle übersät von solchen entsprechenden roten Flecken. Außerdem hat das Zeug den wohl eher unpraktischen Nebeneffekt, dass die Zähne und das Zahnfleisch davon verfaulen und daher die meisten Männer ziemlich unansehnliche Zahnpartien haben. Ich kann auch wirklich nicht nachvollziehen, wie man das Zeug dann noch kauen kann, wenn so offensichtlich ist, dass davon die Zähne weggammeln?!

Ansonsten ist Yangon sehr lebendig, überall herrscht geschäftiges Treiben und es herrscht krassester Verkehr! Überall und zu scheinbar auch jeder Zeit ist Stau. Für die meisten Fahrten irgendwohin brauchten wir daher dann auch 30-40 Minuten, obwohl es sich eigentlich nicht um allzu große Distanzen handelte - aber die Taxis sind zum Glück unfassbar günstig und selbst eine 30 min Fahrt kostet nur so um die 3€. 
Der massive Stau liegt wohl auch daran, dass in der Stadt Roller verboten sind, da wohl irgendein hoher Beamter mal entschieden hat, dass ihm die Geräte auf den Sack gehen und diese daher kurzerhand in Yangon verboten hat. Klingt komisch aber je länger ich mich in Myanmar aufhalte, desto plausibler erscheint mir die Geschichte.

Hier sind ein paar erste Impressionen aus Yangon:

Stark war auch eine kleine Zugfahrt die wir von unserem Hotel ins Stadtzentrum unternahmen. Der Zug schaukelte extrem stark hin und her (da wohl die Gleise sehr eng beieinander stehen), die Türen waren wie in Indien die ganze Zeit offen.
Das Abteil war auch ziemlich überfüllt und die Leute transportierten große Gemüsekisten und allen möglichen anderen Krams und an einer Haltestelle trugen Leute riesige Säcke voller leerer Plastikflaschen herein - auf jeden Fall ein Erlebnis!
Dabei fuhren wir die ganze Zeit aber kaum schneller als Gehgeschwindigkeit und eine Rundtour um den Stadtring herum dauert wohl tatsächlich bis zu 3 Stunden!

In den nächsten Tagen besuchten wir noch ein Museum, in dem es einige ziemlich eindrucksvolle Antiquitäten gab, die den historischen Reichtum Myanmars verdeutlichten (Königsgewänder und so Zeug), besuchten eine der bedeutendsten Pagoden Myanmars und ein paar Parks. Hier ein paar Bilder:

Und dann ging es auch schon weiter in die wundersame offizielle Hauptstadt Myanmars, Naypyitaw - doch davon mehr im nächsten Post!