Inseln, Haustiere, Krankheiten

Die letzten Tage habe ich auf der Insel Koh Yao Yai verbracht, deren Name so viel heisst wie große lange Insel und der Name ist Programm! ;-)

FÜR EINE WOCHE DER STRAND VOR MEINER HAUSTÜR! "KANN MAN NICHT MECKERN", WIE EIN DEUTSCHER SAGEN WÜRDE

FÜR EINE WOCHE DER STRAND VOR MEINER HAUSTÜR! "KANN MAN NICHT MECKERN", WIE EIN DEUTSCHER SAGEN WÜRDE

Aufgrund der vielen "Haustiere"bat ich um ein besseres Zimmer und bekam dann das hier mit Balkon mit Meerblick :D

Aufgrund der vielen "Haustiere"bat ich um ein besseres Zimmer und bekam dann das hier mit Balkon mit Meerblick :D

Die Insel war mir empfohlen worden als abseits der Tourimassen und das hat sich sehr bewahrheitet. Ich habe das "Heaven Resort" bezogen, wo ich für 20€/Nacht ein eigenes Doppelzimmer 20 Meter vom Strand hatte und da es kaum andere Gäste gab, hatte ich den auch fast für mich allein.

So ganz allein war ich aber dann doch nicht, denn ich hatte Haustiere! Darunter eine Echse, die ich abends hinter meinem Bett erblickte und spontan Jimmy taufte sowie eine Ameisenkolonie, die in meinem Zimmer eine Strasse gebaut hatte. Davon liess ich mich aber nicht weiter stören (sonst hätte ich mir eine teurere Unterkunft suchen müssen) und verteidigte mein Essen erfolgreich gegen die hungrigen Mitbewohner.

Verteidigungsbastion gegen Ameisen: Auf dem unteren Teller ist wasser, sodass sie nicht zum Essen hoch können.

Verteidigungsbastion gegen Ameisen: Auf dem unteren Teller ist wasser, sodass sie nicht zum Essen hoch können.

Von Jimmy habe ich leider kein Foto aber seinen Kumpel traf ich am nächsten Tag

Von Jimmy habe ich leider kein Foto aber seinen Kumpel traf ich am nächsten Tag

Doch der Anfang meiner Reise begann leider nicht so rosig, wie ich das vielleicht gehofft hatte, denn schon nahte das Siechtum! Mich plagten noch aus Deutschland ein hartnäckiger Husten und dazu gesellte sich nachts spontan ein Magen-Darm Infekt (und zu guter letzt natürlich auch ein bisschen Sonnenbrand). Die Magenverstimmung weckte mich in der Nacht und brachte mich zeitweise sogar kniend vor die Toilette wo ich außer einem einsamen Würger aber nichts hervorbrachte aber zumindest die weitere Nacht mit Magenschmerzen zubringen durfte. Möglicherweise war es meinem Leichtsinn geschuldet, das Zähneputzen mit dem Leitungswasser gemacht zu haben, aber die Macht der Gewohnheit war zu stark gewesen...

Einen Lichtblick gab es jedoch, denn immerhin gab es hier Mücken nur nachts bei Dunkelheit und wohl auch keine Gefahr von Malaria oder Dengue. Positiv denken!

Den übernächsten Tag (vorher ein Tag im Bettchen) lieh ich mir für 6€/Tag einen Roller und erkundete die Insel. Interessanterweise ist die Bevölkerung auf der Insel fast vollständig muslimisch (Thailand hat sonst ca. 90% Buddhisten) und es gab dort einige Moscheen und die Frauen trugen Kopftücher.

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Viel Müll! Mir war schon auf Reisen in anderen weniger entwickelten Ländern aufgefallen, dass die leute scheinbar weniger abneigung gegen Müll haben und den Eindruck hatte ich wieder. Teilweise war es auch um die Wohnhäuser herum so zugemüllt

Viel Müll! Mir war schon auf Reisen in anderen weniger entwickelten Ländern aufgefallen, dass die leute scheinbar weniger abneigung gegen Müll haben und den Eindruck hatte ich wieder. Teilweise war es auch um die Wohnhäuser herum so zugemüllt

Auch die nächsten Tage verbrachte ich sehr entspannt, lag viel am Strand, hörte Hörbücher und relaxte extrem hart! Doch nach knapp einer Woche hatte ich langsam genug von der Abgeschiedenheit der Insel und den eher eingeschränkten Möglichkeiten dort und so zog es mich weiter, zurück zum Festland nach Krabi. Meine Unterkunft hier war das "Smile" Guesthouse, scheinbar ein Geheimtipp unter Deutschen, denn der extrem freundliche und hilfsbereite Besitzer sprach Deutsch und bot sehr nette und günstige, wenn auch sehr simple Unterkünfte mit dem Bonus einer idyllischen Dachterrasse. 

Den ersten Tag ließ ich, wie es sich gehört, erstmal ruhig angehen, gönnte mir eine Massage und erkundete das kleine Städtchen :D Generell muss ich sagen, dass ich von mir selbst überrascht war, wie krass ich dieser Tage die Ruhe weg hatte. Ich lebte einfach komplett in den Tag hinein, nichts konnte mich aus meiner Tiefenentspannung bringen.

Am nächsten Tag heuerte ich nachmittags dann spontan einen Bootsmann an, um mir das Flussdelta anzusehen. Für 15€ hatte ich so für 2 Stunden meine eigene private Bootstour.

Bootstour

Bootstour

Tropfsteinhöhle

Tropfsteinhöhle

Fette Echse!

Fette Echse!

Mangroven im Flussdelta

Mangroven im Flussdelta

Mein Magen begann auch langsam sich wieder zu normalisieren und so tastete ich mich vorsichtig an das Essen heran. Gefiel mir gar nicht schlecht und auch sehr vielseitig, leider aber sehr Fleisch- und Meeresfrüchtelastig, sodass für mich die Auswahl deutlich eingeschränkt war.

Für den nächsten Tag buchte ich dann eine "7 Island Sunset Tour". Um 12 ging es los, damit wir dann auch pünktlich um 12:30 am Pier erstmal eine Stunde auf das Boot warten durften... so läuft das hier eben. Die Bootstour war dann aber extrem cool und führte uns zwischen wunderschönen Inselchen und Felsen vorbei an denen wir immer wieder stoppten um zu schnorcheln oder auch an einer steilen Felswand hochzuklettern und aus der Höhe ins Wasser zu springen. Der letzte Stop war dann an einem Strand, von wo wir uns den Sonnenuntergang anschauen konnten. Dort fand ich auch noch eine Gelegenheit zum Klettern und viele putzige Affen.

Klettern!

Klettern!

Phallische Opfergaben für die Göttin der Fruchtbarkeit!

Phallische Opfergaben für die Göttin der Fruchtbarkeit!

Karl Dall als Affe! (mit extra langen Nippeln)

Karl Dall als Affe! (mit extra langen Nippeln)

Schließlich ging es dann unter Sternenhimmel zurück aber nicht ohne einen letzten Stop zum Schwimmen und Schnorcheln mit fluoreszierendem Plankton! Das Zeug leuchtete auf, wenn man das Wasser bewegte, also vor allem um die Arme beim Schwimmen - ziemlich cool.

Abends zufrieden und erschöpft blieb mir nur noch, ins Bett zu fallen - inzwischen war ich in ein noch kleineres Zimmer umgezogen, da es nur noch 7€/Nacht kostete.

Mein Zimmer im Smile Guesthouse für 250 Baht =~7€/Nacht

Mein Zimmer im Smile Guesthouse für 250 Baht =~7€/Nacht

Abschließend noch ein paar Worte zum Alleine Reisen: Ähnlich wie bei meiner vorherigen Reise in Asien, bei der ich auch zum Teil alleine unterwegs war, mache ich wieder die Erfahrung, dass ich alleine "offener" bin für meine Umgebung und Erlebnisse. Es ist als wäre meine Schale zur Außenwelt dünner und es fällt mir so leichter, mich vollständig auf einen atemberaubenden Augenblick einzulassen und mich davon überwältigen zu lassen. Im Guten aber genauso wie im Schlechten. Es wechseln sich Empfindungen wie Überwältigung von der Schönheit dessen was ich sehe und tiefe Dankbarkeit für die Möglichkeit diese Erfahrungen zu machen, auch mit kurzen Momenten der Überforderung oder Einsamkeit. Gefühlsachterbahn ist vielleicht der richtige Ausdruck, wenngleich die positiven Emotionen deutlich überwiegen (außer vielleicht in der Magen-Darm Nacht ;-) ). Auf jeden Fall fühle ich mich extrem lebendig, meine Flamme brennt lichterloh!

Auch empfinde ich die Zeit sehr wertvoll als Selbstbesinnung, denke viel nach und kann in mich gehen. Bisher hatte ich auch wenig Bedürfnis nach Gesellschaft und habe Kontakte mit anderen Reisenden eher gemieden. Doch irgendwann reicht es dann ja auch mit der Selbstbesinnung und ich mich schon außerordentlich darauf, wenn mein Kumpel Karl dann in 2-3 Wochen dazustößt - zu zweit ist es vielleicht nicht so besinnlich aber auf jeden Fall lustiger :D

So, das wars - als nächstes geht es weiter in den Norden nach Chiang Mai.

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Schüss!