Tempelhochburg Bagan

Unser nächstes Reiseziel war die ehemalige Königsstadt und Tempellandschaft Bagan.
Die Busfahrt von Naypyitaw nach Bagan war leider schon wieder eine Katastrophe. Wir waren diesmal scheinbar an einen Bus für locals geraten, jedenfalls waren wir die einzigen Ausländer, es gab extrem wenig Beinfreiheit und der Bus stoppte gefühlt alle 5 Meter um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen. Als wir losgefahren waren, hatte ich mich noch gefreut, dass der Bus so leer war und so mehr Platz für uns blieb, aber innerhalb kürzester Zeit war der Bus dann komplett überfüllt und es saßen sogar Leute zwischen den Sitzreihen. Der scheinbar obligatorische Schnarcher saß diesmal auch direkt hinter uns und wir wurden wieder lautstark mit burmesischem Fernsehen beglückt. Diesmal gab es „lustige“ Amateurkurzvideos zu sehen, ähnlich dem was ich mit 12 Jahren und einer Kamera hervorgebracht hätte. Toll.
Damit auch ausreichend Zeit blieb, diese Videos zu genießen, dauerte die Fahrt von ca. 270km dann auch stolze 7 Stunden. Supergeil.
Die Fahrt durch viele Dörfer, Felder und kleine Örtchen bot zwar einige interessante Einblicke in das Leben in Myanmar aber leider war ich auch zu müde, um das so richtig geniessen zu können, da wir bereits um 5 hatten aufstehen müssen (denn die Fernbusse starten in der Regel scheinbar immer um 7 Uhr morgens -.-)
Regelmäßig, wenn der Bus hielt, kamen auch Strassenhändler und boten diverse "Snacks" feil, die sie auf ihren Köpfen umhertrugen und damit auch durch den Bus spazierten:

Endlich in Bagan angekommen, war die Busstation natürlich auch wieder außerhalb der Stadt, sodass wir für die letzten paar Meter mal wieder ein Taxi zum Preis der gesamten Busfahrt anheuern mussten. Es gab zwar auch einen Pickup, in den die ganzen Locals gestiegen waren, aber dieser hatte wie man uns sagte keine Lizenz für Ausländer :-/

In unserer Unterkunft mussten wir uns dann auch erstmal von der Fahrt erholen, sodass der weitere Tag erstmal verloren war. Und generell hatte ich das Gefühl, dass meine „Batterie“ vom Reisen ein stück weit leer war. Bald 3 Monate "on the road" hatten ihre Spuren hinterlassen und ich war einfach nur müde und merkte, dass ich auch die Sehenswürdigkeiten und Eindrücke Myanmars kaum mehr angemessen würdigen konnte. Mittlerweile sah ich auch schon vorfreudig der Zucht und Ordnung sowie dem Komforts des deutschen Alltags entgegen.
Aus Erfahrung wusste ich eigentlich schon, dass ich in der Regel nach gut einem Monat Reisen erstmal genug habe und „voll“ bin mit Erlebnissen, aber Schuld war (wie natürlich immer) die Frau gewesen – in diesem Fall Joanna, die mich weiterhin zum Sightseeing antrieb. Daher musste ich sie erstmal überzeugen, dass wir es fürs erste ein bisschen ruhiger angehen mussten und einen halben Tag fuhr sie zwischenzeitlich auch ohne mich los auf Sightseeing-tour.

In den nächsten Tagen mieteten wir uns E-bikes mit denen wir durch die Tempellandschaft düsten. Die Szenerie war ziemlich eindrucksvoll aber so langsam hatte ich dann auch wirklich genug von Tempeln - schon Karl hatte sich von mir mehrfach "Tempel: Kennste einen, kennste alle" anhören dürfen und das zu sagen verkniff ich mir zwar bei Joanna, aber ich glaube sie bemerkte meine verringerte Tempelbesuchsmotivation trotzdem.

Bagan war aber trotz allem ziemlich eindrucksvoll und hier sind ein paar Bilder der Tempellandschaften:

Außerdem ergab sich dieser Tage noch eine weitere Besonderheit: Myanmar war einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Demokratie gegangen, denn es hatte Präsidentschaftswahlen gegeben und mit einer überwältigenden Mehrheit hatte die Reformpartei von Aung San Suu Kyi gewonnen und deren Kandidat wird nun der neue erstmalig seit Jahrzehnten demokratisch gewählte Präsident Myanmars. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese politischen Veränderungen auch große reale Verbesserungen für das Leben der Burmesen herbeiführen werden!

Im Folgenden noch ein paar verschiedenartige Impressionen aus Bagan:

Das wars erstmal wieder. Mittlerweile ist das Ende der Reise in Sicht und als nächstes kommt noch ein Post zu unserem Aufenthalt in Mandalay und dann der offizielle Abschluss der Reise. Bis bald!